Château Cheval Blanc
Die Familie Fourcaud-Laussac ist historisch untrennbar mit dem weltberühmten Weingut Château Cheval Blanc in Saint-Émilion (Bordeaux) verbunden.
Ursprung: Im Jahr 1832 kaufte Monsieur Laussac-Fourcaud Rebflächen von Château Figeac und Nachbargütern, woraus später das legendäre Weingut Château Cheval Blanc entstand.
Ära-Ende: Die lange Familientradition endete im Jahr 1898 bzw. später im Jahr 1998, als das Gut an den LVMH-Konzern (Bernard Arnault) und den belgischen Unternehmer Albert Frère für die Summe von 131 Millionen Euro verkauft wurde.
Namensgeber auf Etiketten: Der Name „Héritiers Fourcaud-Laussac“ oder „Fourcaud-Laussac“ taucht auch auf historischen Flaschen, Familien- oder Händlerabfüllungen (Négociant) von Saint-Émilion auf.
Château Cheval Blanc ist ein berühmtes französisches Weingut und liegt in Saint-Émilion.
Château Cheval Blanc befindet sich heute im Besitz der Familien Arnault und Frère. Im Jahr 1998 erwarben die Familien über die Investierungsgesellschaft Raspail Investissement das Gut
Lage, Boden und Rebsorten
Das Château befindet sich im äußersten Nordwesten des Gebietes der Appellation von Saint-Émilion, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gemeinde Pomerol. Der 37 Hektar große Weinberg profitiert von einer geologischen Besonderheit: Er liegt auf bis zu sieben Meter dicken Kiesablagerungen, die der Fluss Isle in der Günz-Eiszeit aus dem Zentralmassiv herangeführt hat. Château Cheval Blanc teilt sich die Kuppe mit den benachbarten Châteaux La Tour-Figeac, Figeac und La Dominique.
Der vom übrigen Saint-Émilion gänzlich verschiedene Bodentyp hat auch eine andere Rebsortenwahl zur Folge. Der Kiesboden eignet sich hervorragend für den Anbau von Cabernet Franc, auf den insgesamt 58 % der Rebfläche entfällt; die restlichen 42 % entfallen auf den in Saint-Émilion allgegenwärtigen Merlot. Die Cuvée des Grand Vins liegt meistens bei ca. 55 % Anteil Merlot (2009 sogar 60 %) und ca. 45 % Cabernet Franc (jahrgangsspezifisch, z. B. 2010, auch bis zu 55 %). Der Cheval Blanc hat daher oftmals große Ähnlichkeit mit den Weinen des benachbarten Pomerol. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei rund 40 Jahren.
Der Wein Legende
Der 1947 Château Cheval Blanc (häufig als Mise Fourcaud-Laussac abgefüllt) gilt als einer der größten Rotweine des 20. Jahrhunderts und ein echtes Jahrhundert-Unikat aus Saint-Émilion.
Die wichtigsten Fakten zum Wein
Rebsorte: Cuvée aus ca. 50 % Cabernet Franc und 50 % Merlot.
Klima & Lese: Der Sommer 1947 war extrem heiß und trocken; die Lese begann am 15. September bei über 35 °C. Da es noch keine moderne Kühltechnik gab, mussten zeitweise große Eisblöcke aus Bordeaux herangeschafft werden, um die Gärung zu kühlen
Alkohol & Charakter: Der Wein erreichte für damalige Bordeaux-Verhältnisse fast abstruse Werte mit 14,4 % Alkohol, hoher Konzentration, spürbarer flüchtiger Säure und einer fast portweinähnlichen, üppigen Süße.
Auflage & Status: Es wurden rund 110.000 Flaschen produziert. Heute ist der Wein eine legendäre Sammlerikone, die selbst nach Jahrzehnten oft noch erstaunliche Vitalität zeigt.
Der Château Cheval Blanc 1947, ist ein Wein-Legende. Es ist ein ureigenes Geschöpf der Natur, ein glücklicher Unfall der Geschichte. Von Kennern oft als der größte Cheval Blanc des 20. Jahrhunderts bezeichnet, ist dieser Wein ein paradoxes Genie, das allen Regeln der Önologie trotzt. In einer Zeit, in der Frankreich noch unter den Nachwirkungen des Krieges litt, entstand ein Tropfen von fast mythischer Kraft und unvergleichlicher Fülle.
Der Sommer 1947 war außergewöhnlich heiß; die Reben erlebten von April bis Oktober fast ununterbrochenes, perfektes Wetter. Die Lese begann am 15. September bei über 35 °C, zwei Wochen früher als üblich. Unter diesen fast tropischen Bedingungen erreichten die Trauben Zuckergehalte, die ohne moderne Kühltechniken kaum zu kontrollieren waren. Die damalige Kellermeister Gaston Vaissière und Jacques Fourcaud-Laussac schufen so einen Wein, der mit 14,4 % Alkohol, hoher flüchtiger Säure und einem Restzucker von ca. 10 g pro Liter konventionellen Bordeaux-Maßstäben geradezu absurd erscheinen musste. Heute bezeichnet man dieses Meisterwerk als “portweinähnlich” und “üppig” – einen Stil, den kein moderner Winzer so anstreben würde.
Optisch zeigt sich der Wein je nach Flasche in einem erstaunlich lebendigen Rubinrot mit einem Hauch von Granat am Rand oder in dunkleren, fast undurchdringlichen Nuancen. Betrachtet man die überlieferten Notizen, so ergibt sich ein facettenreiches Bild:
Das Bukett ist überwältigend: Von Fruchtkuchen, dunkler Schokolade, edlem Leder und Kaffee bis hin zu exotischen asiatischen Gewürzen. Oft gesellen sich intensive Noten von reifen Pflaumen, mit Alkohol mazerierten Brombeeren und eine überraschend frische Minze hinzu. Bei einigen Flaschen dominieren auch Kirscharomen, Zedernholz, Tabak und erdige Noten. Die Textur des Weins ist sein berühmtestes Merkmal: dickflüssig, ölig, fast sirupartig. Er gleicht schwerem Motoröl, ist von einer beinahe unnatürlichen Dichte und umhüllt den Gaumen mit einer cremigen Süße, die an jungen Portwein erinnert. Die süßen Aromen von dunklen Beeren, Mokka und Vanille werden jedoch von einer verblüffend frischen Säure durchzogen, die dem massiven Körper eine elegante Balance verleiht. Das Tannin ist noch immer präsent, aber kauig und nobel. Das extrem lange Finale hallt mit Noten von Kaffeesatz, Lakritze nach.
– Château Cheval Blanc er Grand Cru classes 1997-
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